Passivhaustagebuch

Bau eines Passivhauses in Hagen a.T.W.

24. April 2011
von Passivhausbewohner
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Asterix und der Blütenstaub bei Wohnraumlüftung

Wir befinden uns im Jahre 2011 n.Chr. Ganz Gallien ist von einer dicken Schicht Blütenstaub besetzt… Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bewohntes Passivhaus hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

In den letzten Tagen haben uns mehrfach Freunde und Nachbarn ihr Leid geklagt. Der derzeit allgegenwärtige Blütenstaub bedeckt Schränke, Betten, Sofas und die Fußböden in ihren Wohnungen und Häusern. Wir haben zum Glück nicht damit zu kämpfen. Durch unsere kontrollierte Wohnraumlüftung können wir unserer Fenster geschlossen halten und die Filter in der Lüftung halten den Blütenstaub komplett aus unserem Haus fern.

Bei all den Rentabilitätsberechnungen für Passivhäuser wird oft vergessen, dass man sich durch den Passivhausstandard auch eine ganze Menge an Wohnkomfort gönnt. Ein Blütenstaubfreies Haus ist deshalb ein weiteres Argument pro Wohnraumlüftung.

Heute abend werden aber wohl auch wir wieder unsere Lüftung ausschalten müssen weil viele Mitmenschen unter dem Deckmäntelchen des Brauchtums Osterfeuer ihre Gartenabfälle entsorgen. Frohe Ostern wünsche ich all meinen Lesern.

4. April 2011
von Passivhausbewohner
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Was versteht man unter dem Begriff Passivhaus

Zu dem Artikel Was versteht man unter dem Begriff Passivhaus einige Anmerkungen von mir.

Zunächst ein Lob für den gelungenen Artikel. Bei einigen Punkten hätte ich Änderungswünsche:

1. Die Fehlerquote bei der Installation der Lüftungstechnik
Bei Auswahl eines kompetenten Handwerkers sollte diese Fehlerquote gering sein. Außerdem vermute ich, dass die Fehlerquote in einem Passivhaus nicht höher sein wird, als die Fehlerquote in jedem beliebigen anderen Haus. Einzig die Auswirkungen eines Fehlers in der Ausführung oder Planung wirkt sich in einem Passivhaus gravierender aus.

2. Bei Stromausfall wird die Lüftungsanlage gestoppt.
Sicherlich ist ein Ausfall der Lüftungsanlage nicht erwünscht. Nur, was passiert in einem herkömmlichen Haus bei Stromausfall? Richtig, die Heizung fällt aus. Ergo wird es in allen Häusern bei Stromausfall mit der Zeit kalt. Aber: Durch die bessere Dämmung des Passivhauses wird es hier wesentlich langsamer kalt.
Bei Stromausfall im Sommer machen wir das Gleiche, was alle anderen auch machen: Wir öffnen die Fenster. :-)

3. Schallschutz aufgrund besserer Dämmung
Hier kommt es nicht allein auf die Dämmung an. Entscheidend ist der komplette Wandaufbau incl. Mauerwerk. Subjektiv habe ich das Gefühl, dass wir von außen mehr Geräusche als erwartet wahrnehmen (unser Mauerwerk besteht aus 24er Porenbeton)

4. April 2011
von Passivhausbewohner
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Das erste Osnabrücker Baugebiet mit Passivhäusern

Samstag Morgen las ich am Frühstückstisch meines Passivhauses in der Neuen Osnabrücker Zeitung den Artikel “Das erste Osnabrücker Baugebiet mit Passivhäusern“.

Gut ist, dass auch im Osnabrücker Land das Thema Passivhaus immer mehr Interesse findet. Gut ist auch, dass durch die Förderung (bis zu 3.000,- €) ein zusätzlicher Anreiz für den Bau eines Passivhauses geschaffen wird. Schlecht ist, dass wir scheinbar einige Jahre zu früh gebaut haben und in den Genuss einer solchen Förderung nicht gekommen sind.

Richtig ist, dass die Passivhäuser eine Herausforderung für das Osnabrücker Handwerk sein werden (wer mein Blog schon länger verfolgt, weiß, welche grauslichen Erfahrungen wir mit unseren Handwerkern und “Beratern” auf Messen gemacht haben).
Nicht richtig ist nach meiner Erinnerung, dass es in Osnabrück nur ein privates Passivhaus gibt. Hier werde ich noch recherchieren und mich an die Neue Osnabrücker Zeitung wenden.

7. Januar 2009
von Passivhausbewohner
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Klimaauswertungen von September 08 bis Dezember 08

Nach langer “künstlerischer” Schaffenspause habe ich es heute endlich geschafft, die Auswertungen der Monate September 08 bis Dezember 08 online zu stellen.

Nach wie vor erfasse ich täglich die wichtigsten Temperaturen und die Stromverbräuche. Es werden also hoffentlich kurzfristig auch die Daten von 2009 folgen.

Ich habe mir auch fest vorgenommen, kurfristig die Auswertungen zu erläutern. Der aufmerksame Leser wird ja schnell festgestellt haben, dass wir im ersten halben Jahr recht hohe Stromverbräuche zu verzeichnen hatten. Woran das gelegen hat und wie wir das (hoffentlich) ändern, dazu später mehr.

23. September 2008
von Passivhausbewohner
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Auswertungen August 2008

Ich denke jeden Passivhausbewohner interessiert es, ob die theoretisch berechneten Werte auch praktisch eingehalten werden können. Deshalb habe ich begonnen, täglich Buch über die wichtigsten Kennzahlen, wie zum Beispiel Temperaturen, Stromverbräuche und Laufzeiten zu führen. Ich plane, dieses konsequent weiter zu führen. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen Bauwilligen, sich für ein Passivhaus zu entscheiden.

Hier findet ihr eine Erklärung, was ich wie messe und auswerte. Solltet Ihr Fragen haben, oder Euch interessieren andere Werte oder andere Auswertungen, dann freue ich mich auf eine kurze Nachricht.

Als erstes die Temperaturverläuf verteilt über den Monat (ich habe erst am 6.8.2008 mit dem Erfassen der Werte begonnen).

Temperaturverläufe August 2008

Wie man sieht, sind die Graphen für die Innentemperatur im Gegensatz zu den Außentemperaturen sehr konstant. Ebenso ist zu erkennen, dass die Temperaturmaxima und -minima immer recht eng beieinander liegen. Das zeigt auch unsere tägliche Erfahrung. Die Temperatur im Haus ist annähernd konstant, egal ob das Thermometer draußen 25 °C oder 15 °C misst.

Wenn die Temperaturen für die Minima verglichen werden, ist zu erkennen, dass sinkende Außentemperaturen auch eine Abnahme der Innentemperaturen zur Folge haben. Dies ist an dieser Stelle aber nicht zu verallgemeinern. Wir hatten den ganzen August die Fenster Tag und Nacht geöffnet (Baufeuchte…). Ich bin gespannt, ob dieser Effekt auch in den nächsten Monaten so zu beobachten ist.

Für mich interessant waren auch die maximalen und minimalen Außen- und Innentemperaturen.

Maximum und Minimum

Nicht ganz unwichtig ist der minimale und maximale tägliche Stromvebrauch, sowie der Durchschnitt…

stromminmax200808

…und der kumulierte Stromverbrauch pro Monat

gesamtkwh

Beruhigend zu wissen, dass wir mit 315,7 kWh im Monat auf einen Gesamtenergieverbrauch von 18,9 kWh/m²xJahr kommen und für das Passivhaus die Grenze bei 120 kWh/m²xJahr liegt. Wir haben also noch ein wenig Spielraum ;-)

Abschließend noch die Laufzeiten der Wärmepumpe, Solar-Umwälzpumpe und der beiden Heizstäbe.

laufzeiten200808

Der zweite gelbe Balken ist derzeit für uns besonders interessant. Wer sich erinnert, wir dürfen für den Jahresheizenergiebedarf den Wert von 15 kWh/m²xJahr nicht überschreiten. In diesem Monat haben wir für Heizenergie keine Energie aufwenden müssen (ok, auch wenn viele es nicht gemerkt haben, es war Sommer). Wir liegen also noch im Plus!

1. August 2008
von Passivhausbewohner
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Wie wohnt es sich im Passivhaus

Wir wohnen nun schon seit ein paar Tagen in unserem Passivhaus und ich möchte kurz auf das Wohngefühl eingehen.

Raumklima und Temperaturen
Zunächst einmal waren wir ein wenig enttäuscht vom vorhandenen Raumklima, konnten dann aber beobachten bzw. erfühlen, dass es von Tag zu Tag besser wurde. Das Problem ist einfach, das sich in einem Neubau extrem viel Feuchtigkeit befindet. Die Feuchtigkeit muss einfach raus und das geht am schnellsten durch Lüften. Wir haben die Temperaturen im Haus beobachtet und festgestellt, dass es bei halbwegs sommerlichen Temperaturen fast nichts ausmacht, wenn für längere Zeit die Fenster geöffnet sind. Dies sei auch für all diejenigen betont, die noch immer der Meinung sind, im Passivhaus dürften keine Fenster geöffnet werden.

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16. Juni 2008
von Passivhausbewohner
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Blower Door Test

Heute war der Moment der Wahrheit gekommen. Stunden hatten wir damit zugebracht, die Luftdichtigkeit des Gebäudes zu planen und später praktisch umzusetzen. Jede Folie wurde peinlichst genau verlegt, verklebt und mehrmal auf Löcher untersucht. Hier das Ergebnis:

Die Firma Energieberatung Widdel aus Gehrde hat für uns die Luftdichtigkeitsmessung durchgeführt. Zunächst sei denjenigen Leser, die sich unter einem Blower Door Test nichts vorstellen können, oder nicht genau wissen, wofür dieser durchgeführt wird, die Seite Energiestandard in diesem Blog empfohlen.

Zunächst wurde ein Fenster durch einspannen eines Winddichten Stoffes in einen Spannrahmens auf den Blower Door Test vorbereitet.

 

Einpassen des Rahmens

Stoff im Rahmen

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19. Dezember 2007
von Passivhausbewohner
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Morgenstund hat Gold im Mund???

Heute Morgen, 5:30 Uhr in Deutschland. Minustemperaturen. Der Wecker hätte mir noch gut und gerne eine Stunde Zeit gegeben, aber einer unserer Nachbarn versucht vergeblich, sein Auto zu starten. Ich bin wach, gehe ins Bad und friere.

Was hat dieses Erlebnis mit einem Passivhaus zu tun?

Nächstes Jahr schellt der Wecker wohl auch weiterhin um 6:30 Uhr. Wir werden aber aufgrund der Lüftungsanlage unsere Fenster nicht mehr geöffnet haben. Dank der Dreifachverglasung in den Passivhausfenstern werden wir auch den Nachbarn, der dringend eine neue Autobatterie benötigt, nicht mehr hören.
Und wenn wir denn doch aufstehen müssen, dann bei wohligen 20 Grad.

Eigentlich doch zu schade, sich in so einem Haus überhaupt schlafen zu legen, oder? ;-)