Gedanken zur Auswahl von Dachpfannen
Getreu dem Motto “Nachher ist man immer schlauer”, möchte ich einige Dinge zur Auswahl von Dachpfannen schreiben. Ich hoffe, es hilft künftigen Bauherren bei der Auswahl ihrer Dachpfannen.
Nicht das wir mit unserer Nibra F7 nicht mehr glücklich wären, aber nach der Verlegung sind uns Dinge aufgefallen, über die wir uns vorher überhaupt keine Gedanken gemacht haben, und die durchaus hätten bitter enden können.
Wir haben uns bewusst für Tonpfannen entschieden, weil wir glauben, dass Betonpfannen schon nach einiger Zeit sehr verwittert aussehen. Bei Tonpfannen muss man aber die ein oder andere Besonderheit bedenken:
Erstens:
Tonpfannen sind nicht durchgefärbt und bei der Handhabung nicht unempfindlich. Es bleibt nicht aus, dass die ein oder andere Pfanne mit kleinen Beschädigungen auf das Dach kommt und man den roten Ton sieht. Für kleine Schäden gibt es zwar “Farbe” zum ausbessern aber uns wurde gesagt, dass die roten Stellen durch Umwelteinflüsse schnell nachdunkeln.
Zweitens
Zunächst waren wir entsetzt, als wir gesehen haben, dass unsere Ortgangpfannen nicht bündig am Stirnbrett des Ortganges anlagen. Wir haben uns dann informiert und uns wurde gesagt, dass dies durch den Brennprozess bedingt ist und nicht anders gelöst werden kann. Mittlerweile muss ich sagen, uns gefällt es sehr gut. Es verleiht dem Dach eine gewisse Leichtigkeit. (Ich werde hiervon noch ein Foto nachliefern)
Speziell für unserer Nibra F7 möchten wir zukünftigen Bauherren folgendes zu bedenken geben:
Erstens
F7 bedeutet ja, dass 7 Pfannen auf einen Quadratmeter passen. Die gängigere Größe ist die F10. Das bedeutet, dass die F7 erheblich größer und schwerer ist, als die gängigen Pfannen. Wenn ihr Euch für die große Pfanne entscheidet, werdet ihr es spätestens beim Dachdecken bereuen ;-). Sie ist wirklich unglaublich schwer. Dies ist aber von uns auch so gewollt. Wir hoffen, so den ein oder anderen Sturm besser zu überstehen.
Zweitens
Die Lüfterpfannen der F7 sind sehr groß, und man kann sie nicht wirklich als ästhetisch bezeichnen. Wichtig ist aber das Gesamtbild des Daches, und wir meinen, das stimmt.
Drittens
Lasst Euch vor der Entscheidung ausführlich beraten, was das Zusammenspiel Dachneigung, Dachlänge, Pfannen und Firstpfannen angeht. Als wir die Firstpfannen verlegen wollten, haben wir festgestellt, das diese unmöglich auf unserem Dach aussehen. Wir haben eine Dachneigung von 48 Grad. Bei dieser Dachneigung passen erstens die Firstanfangs und -endpfannen nicht richtig, d.h. die Stirnbretter werden in der Spitze nicht richtig überdeckt und zweitens sehen die Firstpfannen aus, als wenn sie über dem Dach schweben würden. Die Rundung der Firstpfannen ist m.E. einfach nicht groß genug. Wir haben dann mit Nelskamp und unserem Baustoffhändler nach einer Lösung gesucht und Firstpfannen aus einem anderen Programm gewählt. Diese sind farblich zwar nicht identisch, aber von der Straße aus ist dies nicht zu sehen.
Viertens
Wir hatten beim Einbau unseres Velux-Fensters einige Probleme. Die Pfannen haben einen recht dicken Wulst und sind daher sehr hoch wenn sie auf der Lattung liegen. Unser Velux-Fenster war für diese große Pfannenhöhe nicht ausgelegt und wir mussten alle Pfannen “tieferlegen”. Ein klassisches Problem einer Schnittstelle zweier Bauteile.
Fazit: Wir haben die Wahl dieser Pfanne noch nicht wirklich bereut. Auf einer großen Dachfläche wirken die Pfannen für sich und lassen das Dach kleiner erscheinen.
