Archiv der Kategorie ‘Allgemein‘

 
 

Asterix und der Blütenstaub

Wir befinden uns im Jahre 2011 n.Chr. Ganz Gallien ist von einer dicken Schicht Blütenstaub besetzt… Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bewohntes Passivhaus hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

In den letzten Tagen haben uns mehrfach Freunde und Nachbarn ihr Leid geklagt. Der derzeit allgegenwärtige Blütenstaub bedeckt Schränke, Betten, Sofas und die Fußböden in ihren Wohnungen und Häusern. Wir haben zum Glück nicht damit zu kämpfen. Durch unsere kontrollierte Wohnraumlüftung können wir unserer Fenster geschlossen halten und die Filter in der Lüftung halten den Blütenstaub komplett aus unserem Haus fern.

Bei all den Rentabilitätsberechnungen für Passivhäuser wird oft vergessen, dass man sich durch den Passivhausstandard auch eine ganze Menge an Wohnkomfort gönnt. Ein Blütenstaubfreies Haus ist deshalb ein weiteres Argument pro Wohnraumlüftung.

Heute abend werden aber wohl auch wir wieder unsere Lüftung ausschalten müssen weil viele Mitmenschen unter dem Deckmäntelchen des Brauchtums Osterfeuer ihre Gartenabfälle entsorgen. Frohe Ostern wünsche ich all meinen Lesern.

Was versteht man unter dem Begriff Passivhaus

Zu dem Artikel Was versteht man unter dem Begriff Passivhaus einige Anmerkungen von mir.

Zunächst ein Lob für den gelungenen Artikel. Bei einigen Punkten hätte ich Änderungswünsche:

1. Die Fehlerquote bei der Installation der Lüftungstechnik
Bei Auswahl eines kompetenten Handwerkers sollte diese Fehlerquote gering sein. Außerdem vermute ich, dass die Fehlerquote in einem Passivhaus nicht höher sein wird, als die Fehlerquote in jedem beliebigen anderen Haus. Einzig die Auswirkungen eines Fehlers in der Ausführung oder Planung wirkt sich in einem Passivhaus gravierender aus.

2. Bei Stromausfall wird die Lüftungsanlage gestoppt.
Sicherlich ist ein Ausfall der Lüftungsanlage nicht erwünscht. Nur, was passiert in einem herkömmlichen Haus bei Stromausfall? Richtig, die Heizung fällt aus. Ergo wird es in allen Häusern bei Stromausfall mit der Zeit kalt. Aber: Durch die bessere Dämmung des Passivhauses wird es hier wesentlich langsamer kalt.
Bei Stromausfall im Sommer machen wir das Gleiche, was alle anderen auch machen: Wir öffnen die Fenster. :-)

3. Schallschutz aufgrund besserer Dämmung
Hier kommt es nicht allein auf die Dämmung an. Entscheidend ist der komplette Wandaufbau incl. Mauerwerk. Subjektiv habe ich das Gefühl, dass wir von außen mehr Geräusche als erwartet wahrnehmen (unser Mauerwerk besteht aus 24er Porenbeton)

Das erste Osnabrücker Baugebiet mit Passivhäusern

Samstag Morgen las ich am Frühstückstisch meines Passivhauses in der Neuen Osnabrücker Zeitung den Artikel “Das erste Osnabrücker Baugebiet mit Passivhäusern“.

Gut ist, dass auch im Osnabrücker Land das Thema Passivhaus immer mehr Interesse findet. Gut ist auch, dass durch die Förderung (bis zu 3.000,- €) ein zusätzlicher Anreiz für den Bau eines Passivhauses geschaffen wird. Schlecht ist, dass wir scheinbar einige Jahre zu früh gebaut haben und in den Genuss einer solchen Förderung nicht gekommen sind.

Richtig ist, dass die Passivhäuser eine Herausforderung für das Osnabrücker Handwerk sein werden (wer mein Blog schon länger verfolgt, weiß, welche grauslichen Erfahrungen wir mit unseren Handwerkern und “Beratern” auf Messen gemacht haben).
Nicht richtig ist nach meiner Erinnerung, dass es in Osnabrück nur ein privates Passivhaus gibt. Hier werde ich noch recherchieren und mich an die Neue Osnabrücker Zeitung wenden.

Klimaauswertungen Januar 2009

Der erste Monat des Jahres ist geschafft. Uns ist immer noch warm ;-) Als Beweis für alle Ungläubigen gibt es die Klimaauswertungen Januar 2009 auch als PDF zum Download.

Hier schon einmal ein Vorgeschmack:

Temperaturverläufe Januar 2009

Und weiter geht es

Minimale und maximale Stromverbräuche

Gesamtstromverbrauch Januar 2009

Gesamtlaufzeiten Solar, Wärmepumpe, Heizstab

Klimaauswertungen von September 08 bis Dezember 08

Nach langer “künstlerischer” Schaffenspause habe ich es heute endlich geschafft, die Auswertungen der Monate September 08 bis Dezember 08 online zu stellen.

Nach wie vor erfasse ich täglich die wichtigsten Temperaturen und die Stromverbräuche. Es werden also hoffentlich kurzfristig auch die Daten von 2009 folgen.

Ich habe mir auch fest vorgenommen, kurfristig die Auswertungen zu erläutern. Der aufmerksame Leser wird ja schnell festgestellt haben, dass wir im ersten halben Jahr recht hohe Stromverbräuche zu verzeichnen hatten. Woran das gelegen hat und wie wir das (hoffentlich) ändern, dazu später mehr.

Auswertungen August 2008

Ich denke jeden Passivhausbewohner interessiert es, ob die theoretisch berechneten Werte auch praktisch eingehalten werden können. Deshalb habe ich begonnen, täglich Buch über die wichtigsten Kennzahlen, wie zum Beispiel Temperaturen, Stromverbräuche und Laufzeiten zu führen. Ich plane, dieses konsequent weiter zu führen. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen Bauwilligen, sich für ein Passivhaus zu entscheiden.

Hier findet ihr eine Erklärung, was ich wie messe und auswerte. Solltet Ihr Fragen haben, oder Euch interessieren andere Werte oder andere Auswertungen, dann freue ich mich auf eine kurze Nachricht.

Als erstes die Temperaturverläuf verteilt über den Monat (ich habe erst am 6.8.2008 mit dem Erfassen der Werte begonnen).

Temperaturverläufe August 2008

Wie man sieht, sind die Graphen für die Innentemperatur im Gegensatz zu den Außentemperaturen sehr konstant. Ebenso ist zu erkennen, dass die Temperaturmaxima und -minima immer recht eng beieinander liegen. Das zeigt auch unsere tägliche Erfahrung. Die Temperatur im Haus ist annähernd konstant, egal ob das Thermometer draußen 25 °C oder 15 °C misst.

Wenn die Temperaturen für die Minima verglichen werden, ist zu erkennen, dass sinkende Außentemperaturen auch eine Abnahme der Innentemperaturen zur Folge haben. Dies ist an dieser Stelle aber nicht zu verallgemeinern. Wir hatten den ganzen August die Fenster Tag und Nacht geöffnet (Baufeuchte…). Ich bin gespannt, ob dieser Effekt auch in den nächsten Monaten so zu beobachten ist.

Für mich interessant waren auch die maximalen und minimalen Außen- und Innentemperaturen.

Maximum und Minimum

Nicht ganz unwichtig ist der minimale und maximale tägliche Stromvebrauch, sowie der Durchschnitt…

stromminmax200808

…und der kumulierte Stromverbrauch pro Monat

gesamtkwh

Beruhigend zu wissen, dass wir mit 315,7 kWh im Monat auf einen Gesamtenergieverbrauch von 18,9 kWh/m²xJahr kommen und für das Passivhaus die Grenze bei 120 kWh/m²xJahr liegt. Wir haben also noch ein wenig Spielraum ;-)

Abschließend noch die Laufzeiten der Wärmepumpe, Solar-Umwälzpumpe und der beiden Heizstäbe.

laufzeiten200808

Der zweite gelbe Balken ist derzeit für uns besonders interessant. Wer sich erinnert, wir dürfen für den Jahresheizenergiebedarf den Wert von 15 kWh/m²xJahr nicht überschreiten. In diesem Monat haben wir für Heizenergie keine Energie aufwenden müssen (ok, auch wenn viele es nicht gemerkt haben, es war Sommer). Wir liegen also noch im Plus!

Morgenstund hat Gold im Mund???

Heute Morgen, 5:30 Uhr in Deutschland. Minustemperaturen. Der Wecker hätte mir noch gut und gerne eine Stunde Zeit gegeben, aber einer unserer Nachbarn versucht vergeblich, sein Auto zu starten. Ich bin wach, gehe ins Bad und friere.

Was hat dieses Erlebnis mit einem Passivhaus zu tun?

Nächstes Jahr schellt der Wecker wohl auch weiterhin um 6:30 Uhr. Wir werden aber aufgrund der Lüftungsanlage unsere Fenster nicht mehr geöffnet haben. Dank der Dreifachverglasung in den Passivhausfenstern werden wir auch den Nachbarn, der dringend eine neue Autobatterie benötigt, nicht mehr hören.
Und wenn wir denn doch aufstehen müssen, dann bei wohligen 20 Grad.

Eigentlich doch zu schade, sich in so einem Haus überhaupt schlafen zu legen, oder? ;-)

Passivhaus-Kompendium 2008 erschienen

Ich halte es in den Händen, das Passivhaus-Kompendium 2008.

Erster Eindruck: Wieder einmal sehr informativ, für mich jedoch wenig Neues. Für zukünftige Passivhausbauer aber sicherlich eine gute Möglichkeit, einen Einstieg in den Passivhausgedanken zu finden.

Gedanken zur Auswahl von Dachpfannen

Getreu dem Motto “Nachher ist man immer schlauer”, möchte ich einige Dinge zur Auswahl von Dachpfannen schreiben. Ich hoffe, es hilft künftigen Bauherren bei der Auswahl ihrer Dachpfannen.
Nicht das wir mit unserer Nibra F7 nicht mehr glücklich wären, aber nach der Verlegung sind uns Dinge aufgefallen, über die wir uns vorher überhaupt keine Gedanken gemacht haben, und die durchaus hätten bitter enden können.
Den ganzen Beitrag lesen…

Das Dach gedeckt

Heute war es soweit, unser Dach sollte gedeckt werden.
Die Pfannen (Nibra F7 von Nelskamp) lagern schon seit einigen Tagen auf etlichen Paletten rund um unser Haus, Freunde und Verwandte waren “eingeladen” und für das leibliche Wohl war auch gesorgt.
Starten wollten wir gegen 8:00 Uhr, da ich aber nicht gut schlafen konnte, war ich schon um 7:30 Uhr auf der Baustelle. Das Decken des Daches gehörte ja zu den Tätigkeiten, auf die ich mich am meisten gefreut hatte. An erster Stelle stand das Richten und irgendwie habe ich immer schon die Dachdecker und Zimmerleute beneidet, die über unseren Köpfen, einen tollen Ausblick genießend, ihrem Broterwerb nachgehen konnten. Was ich aber nicht bedacht hatte war die Tatsache, dass der Bauherr tunlichst den schlechtesten Job bei Dachdecken übernehmen sollte. Und dieser Job ist nicht oben am First gewesen, sondern unten am Gerüst. Die Pfannen mussten von den Paletten auf das Gerüst geworfen oder gegeben werden und anschließend vom Gerüst aufs Dach. Der Part “vom Gerüst aufs Dach” war meiner.

die drei BodenständigenHand in Handdie Reihe der Helfer

Also hatte ich an diesem wunderschönen Samstag 1600 Dachpfannen in der Hand. Da es “mein” Dach ist, habe ich aber jede von ihnen genossen ;-)
Insgesamt waren wir 9 Personen und wie erwartet, ging die Arbeit zügig voran.

Sieht da jemand gelangweilt aus?Am Boden wurde ununterbrochen für Nachschub gesorgt

Um 10:00 Uhr war die Südseite fertig gedeckt. Nach einer Frühstückspause brauchten wir dann noch 2 Stunden für die Nordseite. Anschließend hatten sich alle Helfer unseren saftigen Backschinken und die Salate wirklich verdient.

Zeit, unser Werk zu bewundern:

Süd-West AnsichtSüd-Ost AnsichtAnsicht Nordenfast ein Kunstwerk, nicht?