Für 16:00 Uhr ist die Decke bestellt. Ich bin schon gegen 15:00 Uhr auf der Baustelle. Man weiß ja nie, vielleicht will der Fahrer ja Wochenende machen und kommt ein wenig früher. Ich jedenfalls hätte das sehr zu schätzen gewusst, weil gleichzeitig die Abschlussfeier der Schulklasse meines Sohnes lief. Leider habe ich diese Feier fast vollständig versäumt, denn erst gegen 18:00 Uhr taucht ein Kran auf. Ein Kran? Hatten wir nicht mit einem LKW mit Hecklader gerechnet? Das verspricht interessant zu werden. Schlummert doch in uns Männern immer der kleine, technikverliebte Junge.

Kann es sein, dass hier alle ziemlich ratlos dreinschauen? Stimmt, jetzt fällt es mir auch auf, der LKW mit den Deckenplatten fehlt uns noch.


Na, egal, wir schauen einfach begeistert zu, wie so ein Kran betriebsbereit gemacht wird. Endlich trifft auch der Kollege mit dem LKW an der Baustelle eintrifft.

Aus der anfänglichen Begeisterung wird aber ein kleines Horrorstückchen. Man stelle sich vor, man balanciert über schmale 11,5-er Wände um tonnenschwere Deckenplatten Zentimetergenau zu platzieren. Wenn ich es bis dahin nicht wusste, jetzt weiß ich wieder, was Angst ist.
Zum Glück mussten wir nur für die ersten Platten unsere akrobatischen Fähigkeiten beweisen.



Nachdem die ersten Platten lagen, ging es ohne Probleme. Halt stopp, ohne Probleme? Was sag ich da. Kann uns jemand mal das System erklären, nach dem das Betonwerk die Platten auf den LKW geladen hat? Das Durcheinander auf dem LKW war durchaus vergleichbar mit dem Zustand der Zimmer unserer Kinder.
Hatte ich schon erwähnt, dass wir die Decke an einem Freitag den 13. bekommen haben?
Gerade hatte ich mich an die schwindelnde Höhe gewöhnt und mich gefreut, dass wir die Hälfte geschafft hatten. Nur noch ein kleines Loch auf der Westseite war mit dem Deckenelement Nr. 6 zu schließen. Das Deckenelement, was jetzt aber am Haken hing, war viel zu groß. Auch der kontrollierende Blick auf die nummerierte Deckenplatte brachte keine Klarheit. Es war das Element 6, passte aber definitiv nicht!
Was war passiert? Das Betonwerk hatte bei der Erstellung der statischen Zeichnung die Breite unseres Hauses falsch übernommen.

Auch für den außen gelegenen Abstellraum war eine Decke vorgesehen worden. Dies war auch uns bei der Prüfung nicht aufgefallen. Lediglich die richtigen Maße des Treppenlochs wurden kontrolliert. Jetzt hatten wir also zwei Elemente übrig, die eigentlich auf den Abstellraum gehören.


Außerdem passte das Element über unserem Haus- anschlussraum nicht. Es war zu breit. Das Loch über dem Haus-anschlussraum wollen wir schließen, indem wir das zu große Deckenelement einmal durchschneiden.
Zunächst einmal werden wir aber am Montag die Schuldfrage für die falsche Decke klären müssen.