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Dieses Blog habe ich am 7. Mai 2007 begonnen. Heute, fast 3 Monate später, kann ich den 1000. Besucher dieses Blogs begrüßen.
Vielen Dank für Euer Interesse, es motiviert mich, mehr und ausführlicher zu schreiben.
Bau eines Passivhauses in Hagen a.T.W.
Dieses Blog habe ich am 7. Mai 2007 begonnen. Heute, fast 3 Monate später, kann ich den 1000. Besucher dieses Blogs begrüßen.
Vielen Dank für Euer Interesse, es motiviert mich, mehr und ausführlicher zu schreiben.
Leider habe ich vom Betonieren der Decke keine Fotos. Ihr wollt die Gründe hierfür wissen? 1. Dummheit, 2. Dummheit und 3. schlechtes Wetter.
Zu 1.:
Mal wieder habe ich vergessen, die Akkus meiner Camera zu laden.
Zu 2.:
Die Randschalung hatten wir an den Giebelseiten aus Fertigschalungselementen erstellt, die einfach auf die Fertigdecke geklebt wurden. Diese nannten wir zukünftig “Spielzeugschalung”. An den Traufseiten hatten wir richtige Schalung aus Gerüstbrettern geschraubt.
Nachdem die Pumpe die ersten m³ Beton auf die Decke gepumpt hatte, gab die (Spielzeug-)Schalung an der Nordwestlichen Ecke des Hauses nach und der ein oder andere m³ landete in unserem zukünftigen Garten. Für uns hieß das, unter Hochdruck eine neue Schalung aus Gerüstbrettern anbringen.
Normalerweise schiebt man solche Fehler gerne auf den Computer, die Sekretärin oder auf Materialermüdung. Ich muss aber gestehen, dass ich die Spielzeugschalung an besagter Ecke selbst angebracht habe und vermute, dass diese nicht vollflächig verklebt war und somit dem Druck des Betons nicht standgehalten hat.
Hätte ich also Akkus gehabt, wäre Fotografieren das letzte gewesen, an das ich bei diesem Stress gedacht hätte.
Zu 3.:
Weil es Bindfäden geregnet hat, wären auch mit geladenen Akkus und ohne gebrochene Schalung alle Fotos ins Wasser gefallen.
Trotz aller Hindernisse war unsere Decke nach gut 2 Stunden fertig.
Ok, ich gebe zu, glatt ist etwas anderes, aber ihr seht ja hier noch nicht den Nutzbelag (und ich muss den Rohbau ja auch nicht jeden Samstag fegen ;-)).
Mir war so, als hätte ich meine Meinung zu dummen Rohbautouristen schon einmal kundgetan. Scheinbar hat es nichts genützt, denn schon wieder ist uns jemand in den frischen Beton gestiefelt.
Wir sind am Wochenende wieder einmal gefragt worden, wie man es denn im Passivhaus aushalten kann, wenn draußen die Saharahitze die Luft flimmern lässt. Scheinbar wird ein warmes Haus im Winter gleich gesetzt mit einem überhitzten Haus im Sommer.
Zur Erklärung kam der Beitrag auf “Unser neues Haus” genau zur rechten Zeit. Danke!
Es gibt angeblich schwebende Teppiche aber wohl keine schwebenden Betondecken. Daher hat unser Statiker gemeint, es wäre besser, im Bereich der Fensterfront eine Stütze einzubauen. Dieser Stütze haben wir ein schönes fundament bereitet und schön lot- und fluchtgerecht aufgestellt.
Für unsere Finanzierung wäre es ideal, wenn wir nur von Luft und Liebe leben würden. Deshalb, und auch, weil es für ein Passivhaus notwendig ist, haben wir heute Wickelfalzrohre für die kontrollierte Wohnraumlüftung verlegt. Das Ingenieurbüro, welches unsere Lüftung geplant hat, hatte zunächst Flachkanalrohre unter dem Estrich vorgesehen. Strömungstechnisch günstiger sind jedoch runde Rohre. Also haben wir uns entschlossen, runde Rohre in die EG-Decke zu legen.
Letzte Woche habe ich einen Bericht eines bekannten Ernährungswissenschaftlers gelesen. Dort beschreibt er, dass ein Überleben nur durch Luft und Liebe aus Ernährungswissenschaftlicher Sicht zumindest suboptimal ist. Mir kamen Zweifel an unserer Planung. Was wäre, wenn wir Nahrung zu uns nehmen müssten? Dann müssten wir diese auch irgendwann wieder von uns geben. Sicherheitshalber habe ich mich dazu durchgerungen, Entwässerungsleitungen für einen mögliche Toillette im Badezimmer in die EG-Decke zu legen.
Die weißen Stüroporblöche werden mit in die Decke eingegossen, und später wieder entfernt. So brauche ich die Kernbohrungen für unsere Deckenstrahler in der Küche nicht durch die 20 cm Betondecke zu quälen sondern nur durch 4 cm Fertigdecke.
Zunächst musste heute ein neuer Mischer her. Dieser durfte dann direk zeigen, was er kann und uns die ein oder andere Karre voll Beton für die Treppe liefern.
Warum haben wir uns eigentlich für die Treppe den wohl heißesten Tag des Jahres ausgesucht? Ich hatte abends noch einen Termin in Porta Westfalica und mein Termometer im Auto zeigte unterwegs satte 38 °C Außentemperatur!).
Der Schweiß hat den Beton jedoch schön geschmedig gemacht und so finden wir, haben wir eine tolle Treppe bekommen.
… sprach der Bauherr und begab sich mit Unterstützung seines Elektrikers daran, Leerrohre auf der Decke zu verlegen, um dorthinein die Kabel für seine Lampen legen zu können.
Wir sind Anhänger von eingelassenen Deckenstrahlern und bekommen diese in der Küche, im Abstellraum, im Gäste-WC und im Badezimmer.
Deshalb waren eine ganze Menge Bohrungen durch unsere Fertigdecke nötig. Da ich bei fast jeder Bohrung auf Eisen gestoßen bin habe ich mir überlegt, vielleicht im Garten mal in die Tiefe zu bohren. Vielleicht finde ich ja dort Bodenschätze ;-)
Und, wie kann es anders sein, natürlich lag das zu viel gelieferte Deckenelement genau dort, wo die meisten Borungen zu machen waren.
Während ich unter den strengen Augen der Bauherrin die Leerrohre verlegt habe, hat diese ihrem Vater bei der Einschalung der Treppe geholfen. Ich finde, dies war eindeutig der bessere Job. Schon seit Baubeginn habe ich mich darauf gefreut, die Treppe einzuschalen. Wer es schon einmal gesehen hat, kann vielleicht verstehen, warum ich behaupte, dass es einem Kunstwerk sehr nahe kommt. Aber seht selbst:
Aus einfachen Brettern, gesägt mit einer eigens geliehenen Baukreissäge macht der “Künstler” eine edel geschwungene Treppenschalung die später einige m³ Beton aufnehmen wird. Bei dem Anblick habe ich noch gesagt, ich würde mich auf das Einschalen unserer zweiten Treppe freuen.
Da hatte ich nicht darüber nachgedacht, wie wir den Beton in die Treppe bekommen werden. Den Kies vom Boden in den Mischer, den Beton vom Mischer in die Karre, von der Karre in den Eimer, von dem Eimer in die Treppe. Anschließend hat man Arme wie Poppey.
Also nicht verzagen, ein Lied angestimmt und den Mischer angeschmissen. Wie wäre es mit “Stairway to Heaven” von Led Zeppelin. Jedenfalls hat unser Mischer den Weg über die Treppe in den Himmel gewählt. Nach der zweiten Fuhre war Schluss. Er wollte nicht mehr…Motorschaden.
Die ersten 5 Stufen haben wir aber noch geschafft. Die restlichen Stufen machen wir dann am Montag, mit einem neuen Mischer.
Die Fußspuren auf der ersten Stufe stammen übrigens von irgendwelchen Spezies, die uns bisher noch in jeden frischen Beton gelatscht sind. Also, liebe Rohbautouristen, die intelligenten unter Euch achten bitte darauf, wo sie hintreten und die anderen wollen wir in unserem Haus gar nicht haben!
Für 16:00 Uhr ist die Decke bestellt. Ich bin schon gegen 15:00 Uhr auf der Baustelle. Man weiß ja nie, vielleicht will der Fahrer ja Wochenende machen und kommt ein wenig früher. Ich jedenfalls hätte das sehr zu schätzen gewusst, weil gleichzeitig die Abschlussfeier der Schulklasse meines Sohnes lief. Leider habe ich diese Feier fast vollständig versäumt, denn erst gegen 18:00 Uhr taucht ein Kran auf. Ein Kran? Hatten wir nicht mit einem LKW mit Hecklader gerechnet? Das verspricht interessant zu werden. Schlummert doch in uns Männern immer der kleine, technikverliebte Junge.
Kann es sein, dass hier alle ziemlich ratlos dreinschauen? Stimmt, jetzt fällt es mir auch auf, der LKW mit den Deckenplatten fehlt uns noch.
Na, egal, wir schauen einfach begeistert zu, wie so ein Kran betriebsbereit gemacht wird. Endlich trifft auch der Kollege mit dem LKW an der Baustelle eintrifft.
Aus der anfänglichen Begeisterung wird aber ein kleines Horrorstückchen. Man stelle sich vor, man balanciert über schmale 11,5-er Wände um tonnenschwere Deckenplatten Zentimetergenau zu platzieren. Wenn ich es bis dahin nicht wusste, jetzt weiß ich wieder, was Angst ist.
Zum Glück mussten wir nur für die ersten Platten unsere akrobatischen Fähigkeiten beweisen.
Nachdem die ersten Platten lagen, ging es ohne Probleme. Halt stopp, ohne Probleme? Was sag ich da. Kann uns jemand mal das System erklären, nach dem das Betonwerk die Platten auf den LKW geladen hat? Das Durcheinander auf dem LKW war durchaus vergleichbar mit dem Zustand der Zimmer unserer Kinder.
Hatte ich schon erwähnt, dass wir die Decke an einem Freitag den 13. bekommen haben?
Gerade hatte ich mich an die schwindelnde Höhe gewöhnt und mich gefreut, dass wir die Hälfte geschafft hatten. Nur noch ein kleines Loch auf der Westseite war mit dem Deckenelement Nr. 6 zu schließen. Das Deckenelement, was jetzt aber am Haken hing, war viel zu groß. Auch der kontrollierende Blick auf die nummerierte Deckenplatte brachte keine Klarheit. Es war das Element 6, passte aber definitiv nicht!
Was war passiert? Das Betonwerk hatte bei der Erstellung der statischen Zeichnung die Breite unseres Hauses falsch übernommen.
Auch für den außen gelegenen Abstellraum war eine Decke vorgesehen worden. Dies war auch uns bei der Prüfung nicht aufgefallen. Lediglich die richtigen Maße des Treppenlochs wurden kontrolliert. Jetzt hatten wir also zwei Elemente übrig, die eigentlich auf den Abstellraum gehören.
Außerdem passte das Element über unserem Haus- anschlussraum nicht. Es war zu breit. Das Loch über dem Haus-anschlussraum wollen wir schließen, indem wir das zu große Deckenelement einmal durchschneiden.
Zunächst einmal werden wir aber am Montag die Schuldfrage für die falsche Decke klären müssen.
Lange hatte ich mich darauf gefreut, die Treppe einzuschalen. Wer schon einmal eine selbstgemachte Treppenschalung gesehen hat, dürfte wissen, weshalb. Wofür wir allerdings den Bauschutt vom EG-Mauerwerk gesammelt haben, wurde mir erst heute klar. Um die untere Hälfte der Treppe nicht einschalen zu müssen, “entsorgt” man dort einfach den Bauschutt gießt etwas Beton drüber und fertig ist der Unterbau für die ersten Trepenstufen.
Die Gallier hatten Angst, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Wir haben Angst, dass uns morgen die Decke auf den Kopf fällt. Deshalb stützen wir sie ab. Insgesamt müssten das etwa 80 Stützen gewesen sein.
Unser Haus ohne Fenster im Norden und Osten verursacht (nicht nur) jeden Sonntag bei den Spaziergängern Kopfschütteln und Verständnislosigkeit. Regelmäßig sind wir versucht, uns einfach kopfschüttelnd daneben zu stellen um zu lauschen, was denn so für Bemerkungen fallen. :-)
Heuten haben wir noch eins drauf gesetzt. Wir haben außerhalb des Hauses eine Sohle gegossen, zu schmal für eine Garage, zu breit für das Fundament des Verblendmauerwerks. Wir freuen uns schon auf den nächsten Sonntag :-)
Da sich unter unserer Sohle ca. 30 cm Dämmung befinden, haben wir nach Absprache mit unserem Elektriker den Fundamenterder in die ungedämmte Sohle an der Nordseite eingebaut.
Der verwendete Beton war übrigens Faserbeton. Wir dachten, dies würde billiger werden, als noch Bewehrung zu verlegen. Leider mussten wir anhand der Rechnung feststellen, dass ein Mindermengenzuschlag berechnet wurde. Dieser machte 25 % der Kosten für den Beton aus.
Beim nächsten Haus machen wir es besser.