Passivhaus FAQ


Was ist ein Passivhaus?
Stimmt es, dass ein Passivhaus keine Heizung hat?
Darf ich im Passivhaus Fenster öffnen?
Führt die kontrollierte Wohnraumlüftung nicht zu permanenter Zugluft?
Verursacht die Lüftungsanlage Lärm, der mich beim Schlafen stört?
Kann man im Passivhaus gut schlafen, wenn alle Räume gleich warm sind?
Ist ein Passivhaus nicht viel teurer als ein herkömmliches Haus?
Seit wann gibt es Passivhäuser?


Was ist ein Passivhaus?
Auf der Seite “Was ist ein Passivhaus” habe ich beschrieben, was ein Passivhaus auszeichnet.

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Stimmt es, dass ein Passivhaus keine Heizung hat?
Richtig ist, dass ein Passivhaus kein herkömmliches Heizsystem wie z.B. Öl- oder Gasheizung benötigt. Natürlich sind alle Arten von Heizung in einem Passivhaus denkbar, sie erzeugen jedoch in der Regel viel mehr Wärme, als benötigt wird.
Die wenige Wärme, die benötigt wird, kann problemlos über das Lüftungssystem zugeführt werden. Damit spart man die Kosten für die Heizungsanlage, die Heizkörper und die Wärmeverteilung.

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Darf ich im Passivhaus Fenster öffnen?
Selbstverständlich gibt es im Passivhaus in jedem Raum Fenster, die zu öffnen sind. Man kann und darf auf herkömmliche Weise lüften solange und sooft man möchte. Im Winter wird man dann aber nicht vermeiden können, dass es kalt wird ;-).
Allgemein haben Bewohner eines Passivhauses jedoch die Erfahrung gemacht, dass sie schon bald kein Bedürfnis mehr danach hatten, ein Fenster zu öffnen, weil die Luftqualität so hoch ist und kalte einströmende Luft unerwünscht ist.
Im Sommer kann es u.U. jedoch günstig sein, nachts die Fenster zu öffen, um das Abkühlen des Hauses zu beschleunigen.

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Führt die kontrollierte Wohnraumlüftung nicht zu permanenter Zugluft?
Herkömmliche Fensterlüftung bewirkt bei Querlüftung einen kompletten Luftaustausch innerhalb von ca. 10 Minuten (umgerechnet also ca. 6 mal pro Stunde). Auch in der Gastronomie wird die Raumluft ca. 6 mal pro Stunde ausgetauscht Im Passivhaus wird jedoch nur mit einer Luftwechselrate von 0,3 bis 0,5 pro Stunde gearbeitet. Es entstehen demnach nur sehr geringe Luftströme. Tatsächlich sind die Konvektionsströme, die in einem herkömmlichen Haus durch warme Heizkörper und kalte Fensterflächen entstehen erheblich höher als die Luftströme durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung im Passivhaus.

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Verursacht die Lüftungsanlage Lärm, der mich beim Schlafen stört?
Strömende Luft und die Lüftungsanlage selbst verursachen immer Geräusche. Bei fachgerechter Verlegung der Kanäle und des Gerätes soll die Geräuschbelästigung nicht mehr wahrnehmbar sein. Der Hersteller unseres Gerätes verspricht bei fachgerechter Installation, dass man den Unterschied zwischen AN und AUS nicht mehr wahrnehmen kann.

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Kann man im Passivhaus gut schlafen, wenn alle Räume gleich warm sind?
Grundsätzlich ist es richtig, dass im Passivhaus in allen Räumen etwa die gleiche Temperatur herrscht, wenn man auf ein herkömmliches Heizsystem verzichtet und statt dessen die benötigte Wärme über die kontrollierte Wohnraumlüftung verteilt. Wir haben im Vorfeld sehr viel zu dieser Frage recherchiert, weil wir es bislang gewohnt waren, das Badezimmer schön warm und das Schlafzimmer angenehm kühl zu haben. Was wir herausgefunden haben ist folgendes:
Alle uns bekannten Bewohner eines Passivhauses genießen die frische, warme Luft in den Schlafräumen. Scheinbar verbinden wir Menschen frische Luft mit kalter Luft weshalb wir meinen, die Schlafräume müssten kühl sein. Tatsächlich ist die Luftqualität (Co2-Gehalt) der Raumluft durch die kontrollierte Wohnraumlüftung wesentlich besser als in herkömmlichen Gebäuden. Wovon man sich im Passivhaus getrost trennen kann, ist der warme Schlafanzug und die Winterbettdecken.
Im Gegensatz zum Schlafzimmer hatten wir beim Badezimmer die Bedenken, dass es dort nicht warm genug wird, weil ja auch dieser Raum die gleiche Temperatur hat, wie alle anderen Räume. Um das Bad trotzdem angenehm temperieren zu können geht man im allgemeinen her und baut eine kleine elektrische Fußbodenheizung oder elektrische Handtuchheizkörper ein.
Wir haben uns überzeugen lassen, dass es für uns wirklich die günstigste und einfachste Lösung ist, auch wenn dabei ein wenig mehr Primärenergie benötigt wird. Und da unser Architekt die Primärenergie mit dem PHPP im Auge behält freuen wir uns auch in Zukunft auf ein warmes Badezimmer nach der Dusche.

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Ist ein Passivhaus nicht viel teurer als ein herkömmliches Haus?
Bei richtiger Planung und bedachter Ausführung ist ein Passivhaus nur etwa 8-10% teurer als ein Haus welches nach EnEV gebaut wurde. Unser Architekt hat uns sogar vorgerechnet, dass unser Passivhaus günstiger wird, als ein KFW40-Haus.

Die Mehrkosten amortisieren sich aufgrund der jährlich gesparten Energiekosten recht schnell. Außerdem “erkauft” man sich durch die Mehrkosten einen erheblich gesteigerten Wohnkomfort. Da ein Passivhaus dem heutigen Stand der Technik entspricht lässt sich bei einem evtl. Wiederverkauf ein höherer Preis erzielen.

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Seit wann gibt es Passivhäuser?
1991 wurde in Darmstadt-Kranichstein das erste Passivhaus in Deutschland gebaut. Es handelt sich um ein Reihenhaus mit 4 Einheiten und ist seit Oktober 1991 bewohnt.
Dieses Passivhas wird durch das Passivhausinstitut Darmstadt auch heute noch wissenschaftlich begleitet um Langzeiterfahrungen zu sammeln. Für mich z.B. war es wichtig zu wissen, dass die Dreifachverglasten Fester auch wirklich so lange ihre Funtion erfüllen, wie versprochen oder dass die Luftdichtheit auch nach 15 Jahren nicht nachlässt etc. Schau Euch die Beschreibung der Langzeiterfahrungen im Passivhaus Darmstadt-Kranichstein einfach an.

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